Kleine Mosaiksteine gegen den Klimawandel

Energie Exkursion in Mönchengladbach

Energieexkursion Mönchengladbach Februar 2016 (c) Günter Barten
Fr 4. Mär 2016
Autofasten
Am 27.02. lud der P.R.O. e.V. mit seinem Projekt Regiooel, die EnergieAgentur NRW sowie der Diözesanrat der Katholiken im Bistum Aachen zur 2. Energie Exkursion in Mönchengladbach ein.
Energieexkursion Mönchengladbach Februar 2016 (c) Günter Barten

Hans-Peter Katz vom P.R.O. e.V. erklärte bei der Begrüßung den TeilnehmerInnen, dass Autofasten eine sehr alte Methode ist, Inne zu halten, still zu halten, und in sich zu gehen, um Altes zu überdenken sowie Neues zuzulassen. Genau darum geht es beim Autofasten sowie auch bei der Energie Exkursion: Die täglichen Mobilitäts-Gewohnheiten sollen hinterfragt werden. Dabei hilft eine kleine Reise wie bei der Energie Exkursion, bei der verschiedene neue Antriebsarten vorgestellt werden. Man lernt Neues kennen, was das Alte ersetzen kann und freundlicher zur Umwelt ist.

Der Klimawandel findet jetzt statt. Jede Minute werden Megatonnen CO2 in die Atmosphäre ausgeschüttet. Jeder Einzelne trägt die Verantwortung, den CO2 Ausstoß zu verringern. Klimakonferenzen und Abkommen wie in Paris 2015 machen Mut, doch gibt es viele Baustellen, die angepackt werden müssen! „Wenn niemand was macht, passiert nichts", erklärt Michael Fausten, Leiter des Betriebshofes der NEW. Deshalb versucht das Unternehmen, das in Mönchengladbach für den Busbetrieb zuständig ist, seinen Energieverbrauch zu überdenken und zu verringern. Der NEW Fuhrpark wurde auf E-Autos und Pedelecs umgerüstet. Somit sind die MitarbeiterInnen CO2-Neutral unterwegs. Des Weiteren konnte die NEW im vergangenen Jahr 660.000 kg CO2 einsparen, was einem Fahrtraining für die BusfahrerInnen der NEW zu verdanken ist. Es sind kleine Mosaikteilchen, die jedoch in der Gesamtheit etwas Großes bewirken.

Nach dem Besuch der NEW ging es zu einem weiteren Mosaiksteinchen: Der Pflanzenölpresse im Volksverein Mönchengladbach. Dieses Projekt beweist, dass Nachhaltigkeit nicht nur das Thema „Energie" betrifft. Der Volksverein Mönchengladbach ist eine gemeinnützige Gesellschaft zur Bekämpfung der Langzeit-Arbeitslosigkeit. Menschen, die jahrelang ohne Arbeit waren, werden über den Verein qualifiziert und finden nach ihrer Ausbildung eine Anstellung auf dem Arbeitsmarkt. Auch die drei KollegInnen, die sich um das drittbeste Rapsöl in Deutschland kümmern, befinden sich in ihrer praktischen Ausbildung. Aus dem Raps aus der Eifel macht die Presse feines Rapsöl, das in Mönchengladbach in einigen Geschäften sowie auch in einer Edeka-Filiale zu finden ist. Dabei halten Käufer der Rapsöl-Flasche richtige Handarbeit in ihren Händen. Das Rapsöl wird von den Beschäftigten abgefüllt, etikettiert und kommissioniert. Die Rapsölpresse ist ein zukunftsträchtiges Modell, das nicht auf Akkordarbeit sondern auf Qualität und regionale Herstellung setzt.

Die Idee der Regionalität steckt auch hinter dem Projekt Regiooel, was Günter Barten, Vorsitzender des Vereins P.R.O e.V., den TeilnehmerInnen vorstellt. Dabei sieht er Rapsöl als alternative Antriebsart für Autos. Der Raps wird regional von Bauern angebaut und geerntet. Aus der Blüte entsteht Öl, mit dem man nicht nur Salate abschmecken sondern auch Autotanks befüllen kann. Rapsöl ist somit die Alternative zu Diesel, einem fossilen Energieträger. Fahrzeuge, die mit dem Biotreibstoff fahren, fahren CO2-neutral, da das vom Auto produzierte CO2 von den Rapsölpflanzen zum Wachsen benötigt wird. Die ganze Bundesrepublik Deutschland könnte nicht mit einem Rapsöl-Auto unterwegs sein. Jedoch ist der Biotreibstoff Raps ein Mosaikteil, das dabei unterstützt, den CO2-Ausstoß zu verringern.

Eine weitere Form der alternativen Antriebsart ist Strom. Das Autos elektronisch angetrieben werden, ist heutzutage nichts Neues mehr, aber für Horst Mangelsdorf ist diese Antriebsart schon lange Normalität. Er hat sein Auto selbstständig zu einem Elektro-Fahrzeug umgebaut und fährt nur mit Naturstrom. Horst Mangelsdorf ist Mitglied im Verein der Elektromobilfreunde in der Region Aachen (VERA). Sie alle setzen auf Strom und fahren somit teilweise emissionslos. Dabei ist es der Basteltrieb sowie der Gedanke, zu zeigen, dass Elektromobilität alltagstauglicher ist als oft von den Medien dargestellt wird, was die Mitglieder des Vereins VERA bewegt. Sie alle fahren deutschlandweit mit ihren Fahrzeugen, denn hinter dem Verein steckt ein Netzwerk von Elektromobil-Freunden, die überall gerne ihren Strom zum Auftanken zur Verfügung stellen. So sind auch lange Fahrten mit dem E-Mobil möglich.

Es sind vor allem die Kurzstrecken, wofür das Auto verwendet wird: Der Weg zum Bäcker, zum Kindergarten oder zum Sport. Hier lässt sich sehr viel CO2 sparen, wenn man das Auto stehen lässt. Dabei muss an es Komfort nicht mangeln, wie es die TeilnehmerInnen beim Besuch von Georg´s Fahrradladen erklärt bekommen. E-Bikes und Pedelecs ermöglichen es, dass man ohne große Anstrengung und komfortabel bei frischer Luft unterwegs ist. Vor allem für ältere Leute bieten die elektronisch angetriebenen Fahrräder einen Zuwachs an Lebensqualität. Sie betätigen sich sportlich, sind an der frischen Luft unterwegs und bleiben mobil.

Weitere elektronisch angetriebene Fortbewegungsmöglichkeiten gab es beim Toyota Händler Jansen zu sehen und Probe zu fahren. Hans-Peter Katz erklärt, dass es ihm wichtig war, auch die Industrie und ihre Entwicklungen in Sachen alternative Mobilität vorzustellen, denn sie beliefert die Masse und sorgt dafür, dass emissions-reduziertes Fahren auch in der breiten Masse möglich ist. Toyota lieferte in Sachen E-Mobilität Pionierarbeit und produziert mittlerweile 2 Millionen Hybridfahrzeuge. Auf der Frankfurter Automobilmesse 2015 stellte das Unternehmen sein erstes Brennstoffzellen-Modell „Mirai" vor, das ohne CO2-Ausstoß fährt. Der Mirai ist ein weiteres Mosaikteilchen auf dem langen und vielseitigen Weg, die CO2-Emissionen so zu verringern, dass die Folgen des Klimawandels reduziert werden können. Dabei sei jedem Einzelnen zu danken, der sich bemüht, dass dies möglich wird.

Energieexkursion Mönchengladbach Februar 2016 (c) Günter Barten
Energieexkursion Mönchengladbach Februar 2016 (c) Günter Barten
Energieexkursion MG 2016 (c) Günter Barten