Autofasten Tipps für den richtigen Umgang mit dem PKW

Tipps vom VCD zur Autofastenaktion

BMW
Sa 7. Feb 2015
Monika Herkens
Autofasten? Tut das weh? Ist das wie Verzicht auf etwas, was man sonst gerne mag (z.B. Süßigkeiten)? Was man für eine gewisse Zeit mal versucht, im Bewusstsein, dass man nach ein paar Wochen wieder weitermachen kann wie vorher? Oder könnte es ein Anfang sein, dass sich was ändert - auch nach Ostern?

Wie könnte man denn "Autofasten"?

Ganz konsequent wäre natürlich, das Auto während dieser Zeit gar nicht zu nutzen - also Autoschlüssel wegschließen, sich den Alternativen zu Fuß, Rad, Bus und Bahn zuwenden und schauen, was geht. Für viele sicher ein großer Schritt - andererseits für viele andere auch heute schon alltägliche Realität: So beträgt etwa die Pkw-Dichte in einer Stadt wie Aachen 401 (Pkw je 1000 Einwohner), weit geringer als in NRW insgesamt (539). Natürlich wohnen viele von denen in einem Haushalt, wo dann doch mindestes ein Pkw zur Verfügung steht. Dennoch: Insbesondere in Städten haben manche Haushalte gar kein Auto und bewegen sich doch irgendwie fort und sind damit das lebende Beispiel, dass auch das geht - mitunter sogar gut.

Viele Haushalte besitzen mehrere Pkw - da könnte Fasten darin bestehen, dass man den Zweitwagen für einige Zeit stilllegt. Eine Person kann fahren, die andere fährt vielleicht mit oder legt einen Teil des Weges oder Wege zu anderen Zielen mit Bus und Bahn zurück. Wenn man eine übertragbare Monatskarte gekauft hat, kann man auch mal wechseln und sich dann über die Erfahrungen austauschen.

Ist eine Limousine immer nötig?

Fasten kann man auch bei der Entscheidung, was es denn für ein Auto sein soll - die große Limousine mit hohem Spritverbrauch oder ein sparsamer Flitzer, der einen aber auch überall hinbringt. Der taugt dann vielleicht nicht für den Transport von großen Gegenständen, aber die Frage wäre ja: Wie oft macht man das eigentlich? Und macht es Sinn, für wenige Fahrten im Jahr ein großes Fahrzeug vorzuhalten, das dann immer mehr Sprit verbraucht als eigentlich notwendig wäre? Vielleicht könnte man für solche Fahrten auf Car Sharing zurück greifen: Organisationen bieten Teil-Autos inzwischen in vielen Städten an. Die Empfehlung des VCD lautet daher: "Klein wagen" - im wahrsten Sinne des Wortes, also Kleinwagen wagen. Und auch unter den größeren Fahrzeugen gibt es spritsparende Modelle: Der VCD gibt dazu jährlich die Auto-Umweltliste heraus, wo viele Modelle nach ihrer Umweltverträglichkeit bewertet werden und gibt Kaufempfehlungen, z.B. unter www.besser-autokaufen.de.

Auch wenn gerade keine Neuanschaffung ansteht, lohnt es sich, über einzelne Wege nachzudenken. Vielleicht schafft man es doch nicht, viele kleinere Einkäufe über die Woche verteilt zu erledigen und setzt weiter auf den Großeinkauf am Wochenende. Dann sei es so - aber warum muss man für den Ausflug am Wochenende mit dem Auto unterwegs sein, am Ende noch mit dem Fahrrädern oben auf dem Dach, weil man mal raus "ins Grüne" will? Warum nicht gleich mit den Rädern losfahren? Viele interessante Ziele sind zudem auch mit Bus und Bahn gut erreichbar. Der VCD NRW wie auch einzelne Kreisverbände (z.B. Bonn/Rhein-Sieg-Ahr) haben Ausflugsführer herausgegeben, die kostenlos oder -günstig erhältlich sind. Viele heutige Autofahrten sind nach wenigen hundert Metern oder einigen km schon wieder beendet und könnten genauso zu Fuss oder mit dem Rad zurück gelegt werden. Warum nicht damit anfangen?

Mit der richtigen Fahrweise Kraftstoff sparen

Schließlich kann man fasten bei der Fahrweise. So steigt der Spritverbrauch mit steigender Geschwindigkeit deutlich an, von der Gefährdung für schwächere VerkehrsteilnehmerInnen mal ganz abgesehen. Deshalb setzt sich der VCD für Tempolimits ein auch da, wo es heute noch keine gibt. Aber niemand hindert einen, jetzt schon sein persönliches Tempolimit einzuhalten. Dann kann man noch Hinweise zum Spritsparen beachten: kein unnötiges Gewicht mit transportieren, mit empfohlenem Reifendruck für das voll beladene Fahrzeug fahren, frühzeitig in höhere Gänge schalten, an Ampeln mit mehr als 15 Sekunden Wartezeit den Motor abstellen, möglichst konstant und vorausschauend fahren. Sparfahrtipps sind beim VCD NRW kostenlos erhältlich.

Ob kleine Schritte oder große Schritte - aus Sicht des VCD bringtAutofasten Gewinn. Also anfangen und dran bleiben! Und der VCD setzt sich vor Ort, landes- und bundesweit dafür ein, dass Strukturen und Politik so ausgerichtet werden, dass Mensch und Umwelt nicht unter die Räder kommen und auch die Straße ein Ort für alle wird.

Mehr unter www.vcd.org  und www.vcd-nrw.de

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